WordPress.com oder WordPress.org

wp-blue-285x100Kostenlos liegt spätestens seit „Geiz ist geil“ voll im Trend. Das gilt auch für die Angebote vieler Anbieter von kostenlosen Blogsystemen. WordPress.com, Blogger oder auch Tumblr gehören zu diesen vollständig kostenlosen Plattformen und genießen hohe Popularität bei deren Nutzern. Nur wenigen ist dabei bewusst, das die Entscheidung für einen solchen Anbieter weitreichende Konsequenzen haben kann. Aufgrund der Nutzungshäufigkeit soll es in diesem Artikel ausschließlich um das wohl bekannteste kostenlose Blogging-System WordPress.com bzw. dessen Vor- und Nachteile gehen.

Was ist WordPress?

Bevor wir ins Detail gehen möchte ich einmal darauf eingehen was WordPress überhaupt ist. Im Kern handelte es sich am Anfang dabei um ein Content-Management-System (CMS) zum einfachen Erstellen und Verwalten von Blogs. Inzwischen sind jedoch bei richtigem Einsatz die Möglichkeiten der Nutzung nahezu unbegrenzt. Beispiele dafür sind ständig steigende Zahl an Shops und Firmenhompages, die mit WordPress erstellt werden. Dieser hohe Nutzungsgrad ist vor allem durch die Vielzahl der zur Verfügung stehenden Themes (Templates) und Plugins (Erweiterungen) erreicht worden.

Die wesentlichen Vorteile von WordPress auf den Punkt gebracht:

  • komplett kostenlos
  • kostenlose Themes
  • kostenlose Plugins
  • relativ einfache Installation
  • weltweite Verwaltungsmöglichkeit

Aber aufgepasst: WordPress gibt es zweimal.
WordPress ist zu haben unter WordPress.com und unter WordPress.org. Sicher haben beide Ansätze ihre Berechtigung, darauf werde ich gleich eingehen. Doch zunächst einmal: was ist was?

WordPress.com

WordPress.com ist zunächst auf den ersten Blick ein „Rundum-Sorglos-Paket“. Einmal angemeldet sind keinerlei technischen Kenntnisse erforderlich, um innerhalb weniger Minuten den ersten Blog zu erstellen. Die komplette Technik wird von WordPress.com zur Verfügung gestellt und verwaltet. Es stehen nur verhältnismäßig wenig Themes und Plugins zur Verfügung um den Webauftritt nach individuellen Anforderungen ansprechend zu gestalten. Selbst Themes und Plugins zu installieren ist mit WordPress.com nicht möglich. Die Domain selbst sieht zudem in der Regel so aus: blogname.wordpress.com.  Auch das ist alles andere als optimal für eine erfolgversprechende Suchmaschinenoptimierung. Solch Domainendungen sind außerordentlich schwierig zum Ranken zu bringen.

WordPress.org

Hier wird die Technik in Form einer Zip-Datei heruntergeladen und per FTP-Client auf den jeweiligen Webserver übertragen. Dateien, Verzeichnisse und die Datenbank liegen auf dem eigenen Webspace. Ab jetzt ist es möglich nahezu alles zu tun, die volle Verfügbarkeit liegt in deinen eigenen Händen. Es können unzählige neue Themes und Plugins installiert oder wieder entfernt werden. Auch die Datenbank mit allen wichtigen Einträgen kann erreicht und ggf. verändert werden. Alle diese Punkte sind einfacher durchzuführen als sie sich letztlich anhören. Dateien und die Datenbank können gesichert und im Falle eines Hacks neu eingespielt werden. Sollte der Provider den Dienst einstellen kann mühelos zu einem anderen Anbieter gewechselt werden.

Hauptargument für WordPress.org

Jetzt werden einige sagen, o.k. Mir reichen aber die Funktionen von WordPress.com vollkommen aus. Hier dazu meine eigene Sicht der Dinge:

In einem Blog steckt mehr als nur Arbeitszeit. Letztlich handelt es sich um eine Art Geldanlage oder Investition, nur eben nicht in Form von Geld sondern von Content mit idealerweise entsprechendem Mehrwert. Dazu ist ein hohes Maß an Kreativität und Zeit notwendig. Was ist wenn es den Dienst nach einiger Zeit nicht mehr gibt oder er gar kostenpflichtig wird? Die Betreiber erstellen zudem ihre eigenen Regeln. Verstößt man (auch unbewusst) dagegen ist ein Konto schnell einmal über Nacht gelöscht. Im schlimmsten Fall sind die erstellten Inhalte komplett weg oder du hast keine Rechte mehr in den Texten. Du durftest im Prinzip jahrelang die Plattform mit deiner Arbeit füttern. Für Dienste wie WordPress.com gibt es den Begriff „Digital Sharecropping“.

Ich würde das mal so auf den Punkt bringen:

Stell dir vor du pachtest einen Acker für zugegeben nur 0 €, den du dann ansäst und mit viel Liebe bewirtschaftest, schließlich kündigt aber der Verpächter den Vertrag und fährt die Ernte selbst ein.

Die Vergangenheit hat gezeigt, kostenlose Anbieter im Web kommen und gehen oder verändern nachträglich ihr Geschäftsmodel. Beispiele kennt jeder selbst genügend. Es muss nichts passieren, es ist jedoch absolute Vorsicht geboten.

Mein Fazit

Jeder Website oder Blogbetreiber sollte seine Zeit sinnvoll investieren und sorgfältig abwägen was er selbst erledigen oder outsourcen kann. Vermögen in Form von Geld oder geistigem Eigentum muss aber von dir selbst jederzeit kontrolliert werden können. Dazu gehört auch die Freiheit Aussehen und Funktionalität mit entsprechenden Themes und Plugins jederzeit beliebig zu verändern.

Sicher ist der zu betreibende Aufwand für WordPress.org etwas höher als bei WordPress.com. Der erste Schritt wäre eine einprägsame Top-Level-Domain zu finden. Der nächste Step ist dann die Auswahl eines geeigneten Hosters. Das gebuchte Webspace-Paket muss die Mindestanforderungen für die Installation von WordPress erfüllen. Ist das erledigt kann WordPress installiert werden. Dazu gibt es unzählige Anleitungen im Netz. Gerne sind wir dir auch bei diesen Schritten behilflich.


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